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KVP und KAIZEN


Einführung der kontinuierlichen Verbesserung - KVP - KAIZEN - in Ihren Betrieb
 

KAIZEN ODER KVP – DER ANTRIEB ZUR STÄNDIGEN VERBESSERUNG


KVP = Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, eine aus dem japanischen Kaizen (KAIZEN bedeutet KAI = Veränderung Zen = Zum Besseren) entwickelte Qualitätsmanagementstrategie; im englischen mit "CIP = engl.: Continuous Improvement Process" bezeichnet.

KVP ist eine innere Haltung aller Beteiligten und bedeutet: "Stetige Verbesserung mit möglichst nachhaltiger Wirkung". Diese Haltung durchdringt dann alle Aktivitäten und das ganze Unternehmen. KVP bezieht sich auf die Produkt-, die Prozess- und die Servicequalität.

Gemäß der Philosophie des KAIZEN / KVP steht nicht die sprunghafte Verbesserung durch Innovation, sondern die schrittweise Optimierung / Perfektionierung des bewährten Produkts im Fokus.

Weiterhin steht nicht der finanzielle Gewinn im Vordergrund, sondern das stetige Bemühen, die Qualität der Produkte und Prozesse zu steigern. 

  • KVP wurde im Rahmen der Qualitätsbewegungen in den 1950er Jahren von W. E. Deming entwickelt. Der KVP ist mit dem japanischen Kaizen  vergleichbar und wird durch den Erfolg von Kaizen in der Regel synonym verwendet.
  • Japanische Firmen - aber auch andere Weltfirmen - leben diese Philosophie sehr ausgeprägt und erfolgreich vor.
  • KVP hat bei Toyota Workshop-Charakter und wird von internen oder externen Moderatoren geleitet.
  • Bei Ford werden ganze Monatsgehälter für gewinnbringende Ideen ausgelobt und regelmäßig an innovative Mitarbeiter ausgezahlt.
  • Bei dem von Volkswagen abgeleiteten KVP2 wird der Workshop-Charakter noch stärker betont.
  • Bei deutschen Unternehmen der internationalen Zigarettenindustrie führt dieses gelebte Prinzip zu Aufstiegschancen, Geldpreisen, öffentlichen Belobigungen.


KONTINUIERLICHE VERBESSERUNG IN DER DIN EN ISO 9001 

Eine Organisation, welche ein Qualitäts-Zertifikat nach ISO 9001 erhalten will, muss unter Anderem erklären, welche organisatorischen Maßnahmen sie festgelegt hat, damit kontinuierliche Verbesserung gezielt und regelmäßig stattfindet. Die Durchführung dieser Maßnahmen und die Ergebnisse sind zu überwachen und zu dokumentieren. Darüber hinaus hat die Organisation nachzuweisen, wie sie bei festgestellten Mängeln dafür sorgt, dass sich bekannte Mängel nicht wiederholen. KVP ist ausdrücklicher obligatorischer Bestandteil im normgerechten Qualitätsmanagement für alle Unternehmensbereiche (Vertrieb, Auftragsabwicklung, Einkauf, Entwicklung, etc.). KVP betrifft aber auch das Managementsystem selbst.

VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE ERFOLGREICHE NUTZUNG DES KVP
 
Voraussetzung ist der Wille der Geschäftsführung, Ergebnisse aus dem KVP unmittelbar umzusetzen, sowie die KVP-Teams selbst zur direkten Umsetzung ihrer Ideen zu ermächtigen und dazu die notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Ausbleibende oder schleppende Umsetzung lässt die Motivation der Mitarbeiter zum Mitmachen rasch erlahmen. Falls eine Umsetzung in Einzelfällen nicht möglich ist, muss dies den Mitarbeitern nachvollziehbar begründet werden.

Notwendig ist auch eine Unternehmenskultur, in der die Ideen der Mitarbeiter und Teamarbeit ausdrücklich erwünscht sind und die Mitarbeiter dafür wirksam Unterstützung und öffentlich Anerkennung erhalten.

Ebenso ist eine entsprechend konstruktive Mitwirkung des Betriebsrates erforderlich, und dies nicht nur soweit mitbestimmungspflichtige Sachverhalte berührt sind.


PROZESSORIENTIERUNG UND KVP

Die Denkweisen des KVPs stellen unter anderem eine Abkehr von der reinen Ergebnisorientierung dar. Der wesentliche Punkt ist, dass man versuchen wird, den Gewinn zu optimieren. Dies ist aber nur bei hoher Kundenzufriedenheit möglich, da Kundengewinnung teurer ist als Kundenbindung.


ABLAUF EINES AKTIVEN BEDARFSORIENTIERTEN KVP-PROZESSES
Die Mitarbeiter analysieren ihren Arbeitsbereich in KVP-Gruppen und erarbeiten konkrete Verbesserungsvorschläge. Dafür werden sie meist zuvor in Teamarbeit und Gruppenmoderation geschult. Der Ablauf ist meist wie folgt:

    1. Arbeitssystem festlegen und abgrenzen (Was soll verbessert werden?)
    2. Ist-Zustand und Soll-Zustand anhand von Kennzahlen beschreiben
    3. Probleme beschreiben und bewerten (Häufigkeit pro Zeiteinheit oder Objekteinheit - Angebot, Auftrag, Los, etc.)
    4. Probleme bewerten (Zeit, Geld, Energie, Stress pro Zeiteinheit)
    5. Problemanalyse (Ursachen, Zusammenhänge, Schnittstellen, Neben¬wirkungen)
    6. Lösungsideen sammeln (Brainstorming)
    7. Lösungsideen bewerten und entscheiden
    8. Maßnahmen ableiten, Aufwand und Ertrag bewerten
    9. Ergebnispräsentation vor dem Entscheidungsgremium
    10. Maßnahmen vereinbaren (Wer tut was bis wann?) und Ressourcen klären
    11. Maßnahmen umsetzen
    12. Erfolg prüfen
    13. Problem erkennen
      1. Lösungen/ Maßnahmen suchen
      2. Maßnahmen als KVP vorschlagen
      3. Maßnahmen bewerten
      4. Maßnahmen umsetzen
      5. Umsetzung bewerten
      6. KVP Belohnung in Wort und Tat
        • entdeckt Ressourcen und Synergien,
        • optimiert  Arbeitsabläufe und Prozesse,
        • verbessert Produkte und Kundenzufriedenheit,
        • reduziert Verschwendung und spart Kosten,
        • weckt Fähigkeiten, Kreativität und Engagement der Mitarbeiter
        • verbessert Teamarbeit, Unternehmenskultur,
        • erhöht aber auch den Leistungsdruck.

ABLAUF EINES SPONTANEN KVP-PROZESSES

WICHTIG: Für KVP muss gezielt Zeit und Geld bereitgestellt und Energie investiert werden.


KVP FÖRDERT FLEXIBILITÄT

KVP fördert Flexibilität als wichtiges Qualitätsmerkmal um sich den verändernden Märkten anpassen zu können. Eine Organisation wandelt sich nur, wenn es dafür einen äußeren Anlass gibt - oder eben wie in KVP durch eine innere Haltung kontinuierlich. Wenn die Organisation nicht erkennt, dass sich die Bedingungen im Umfeld verändern, dann kann sie ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen und stirbt früher oder später.

VORTEILE DER EINFÜHRUNG VON KVP

Die kleinen Verbesserungen stehen im Vordergrund. Um wirtschaftliche Erfolge aus KVP zu erzielen, ist es wichtig, diesen Prozess in die allgemeine Unternehmenskultur zu etablieren. Dazu müssen die entsprechenden Rahmenbedingungen, wie Bereitstellung von Arbeitszeit, Weiterbildungsmaßnahmen, Implementierung in Arbeitsabläufe und Prozesse und vor allem die Umsetzung der Ideen, geschaffen werden. Die öffentliche Anerkennung dient dazu, die Mitarbeiter für weitere Verbesserungen zu motivieren.

KVP erfordert eine Unternehmenskultur, die von Offenheit und Veränderungsbereitschaft geprägt ist und in der Teamarbeit vorherrscht. Deshalb sind die Vorgesetzten durch ihr Verhalten gegenüber ihren Mitarbeitern besonders gefordert.

Haben Sie bereits ein KVP-System? Funktioniert dieses wie Sie es wünschen? Auch so ein System läßt sich verbessern!

Nutzen Sie die Erfahrung aus 25 Jahren Erfahrung in der Implementierung von KVP Systemen.