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AEO


Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter (AEO)


Ein Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter besitzt einen besonderen Status: Er gilt als besonders zuverlässig und vertrauenswürdig und kann dafür besondere Vergünstigungen im Rahmen der Zollabfertigung in Anspruch nehmen.

Unternehmen und Personen die ausschließlich im EU-Binnenmarkt tätig sind können dagegen keinen AEO-Status erwerben, wie z.B.

  • Spedition XYZ bedient ausschließlich den EU-Binnenmarkt.
  • Waren die im Auftrag unser Kooperationspartner oder im Kundenauftrag gefahren werden, (also reiner Transport) und über den Hafen ins Ausland gehen, werden nie in das Lager gebracht. Das Lager benötigt dementsprechend für diese Ware keine zusätzliche Zertifizierung.
  • Spedition XYZ ist kein Lagerhalter in der internationalen Lieferkette


Wer kann den Status eines zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten (AEO-Status) beantragen?

Zitat aus der EU-Vorlage zu AEO: „Anträge auf AEO-Status können nur von Wirtschaftsbeteiligten nach Artikel 1 Absatz 12 DVZK entgegengenommen werden, in dem der Wirtschaftsbeteiligter definiert ist als „eine Person, die im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit mit unter das Zollrecht fallenden Tätigkeiten befasst ist“.

Auf der Grundlage dieser Definition kann ein in der EU niedergelassener Lieferant, der keine zollrelevanten Tätigkeiten ausübt, sondern bereits im freien Verkehr befindliche Waren an einen Hersteller liefert, möglicherweise keinen Antrag auf Bewilligung des AEO-Status stellen.

Ähnlich verhält es sich in diesem Fall mit dem Beförderungsunternehmer, dessen Tätigkeit nur darin besteht bereits in den zollrechtlich freien Verkehr überführte Waren innerhalb des Zollgebiets der Gemeinschaft zu befördern. Auch er kann möglicherweise keinen solchen AEO-Antrag stellen.“

Zitat:

„Ein Wirtschaftsbeteiligter ist nicht verpflichtet, den Status eines zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten zu erwerben. Vielmehr handelt es sich um eine Möglichkeit, die der Wirtschaftsbeteiligte aufgrund seiner speziellen Situation in Anspruch nehmen kann.

Ebenso wenig braucht ein Wirtschaftsbeteiligter von seinen Geschäftspartnern zu verlangen, den Status eines zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten zu erwerben“

Bewilligungsvoraussetzungen

Der Zugelassene Wirtschaftsbeteiligte hat je nach Status die folgenden Bewilligungsvoraussetzungen zu erfüllen:

  1. Die bisher angemessene Einhaltung der Zollvorschriften (Artikel 14h ZK-DVO),
  2. ein zufriedenstellendes System für die Verwaltung der Geschäfts- und Beförderungsunterlagen, das geeignete Zollkontrollen ermöglicht (Artikel 14i ZK-DVO),
  3. nachgewiesene Zahlungsfähigkeit (Artikel 14j ZK-DVO),
  4. gegebenenfalls geeignete Sicherheitsstandards (Artikel 14k ZK-DVO - nur von AEO S und AEO F zu erfüllen).

Zu den geeignete Sicherheitsstandards (Punkt 4)

Die EU-Kommission hat ein Muster einer Sicherheitserklärung zur Verfügung gestellt. Die Verwendung dieser Sicherheitserklärung ist jedoch freigestellt.

Die Erklärung umfasst:

  • Waren, die im Auftrag für Zugelassene Wirtschaftsbeteiligte (AEO) produziert, gelagert, befördert, an diese geliefert oder von diesen übernommen werden,
    • an sicheren Betriebsstätten und an sicheren Umschlagsorten produziert, gelagert, be- oder verarbeitet und verladen werden
    • während der Produktion, Lagerung, Be- oder Verarbeitung, Verladung und Beförderung vor unbefugten Zugriffen geschützt sind
  • das für Produktion, Lagerung, Be- oder Verarbeitung, Verladung, Beförderung und Übernahme derartiger Waren eingesetzte Personal geschult ist
  • Geschäftspartner, die in meinem Auftrag handeln, davon unterrichtet sind, dass sie ebenfalls Maßnahmen treffen müssen, um die oben genannte Lieferkette zu sichern.

AEO-Zertifikat „Sicherheit“

So müssen beispielsweise alle Antragsteller, nachweisen, dass ihr Firmengelände eine angemessene physische Sicherheit aufweist. Dies kann folgendes beinhalten:

  • Bei einem großen Hersteller
    • Umschließung des Firmengeländes mit einer Mauer
    • einem Zaun, Sicherheitsbedienstete, CCTV-Videoüberwachung usw.;
  • Bei einem Zollagenten, der von einem einzigen Raum in einem Gebäude aus tätig ist, Schlösser an Türen, Fenstern und Aktenschränken.

Die Anforderungen für die Erkennung der zugelassenen Personen (Angestellte, Besucher) bei einem KMU müssen nicht durch das Tragen von Zugangsausweisen erfüllt werden. Für KMU gibt es andere Alternativen.

  • Als besonders relevant sind bisher verschiedene ISO-Normen (z.B. ISO 9001, 14001, 20858, 28000, 28001, 28004) und der ISPS-Code eingestuft worden. In manchen Fällen stimmt eine bestimmte ISO-Zertifizierung nicht oder nicht vollständig mit einem AEO-Kriterium überein, so dass der Antragsteller zusätzliche Anforderungen erfüllen muss.
  • Die nachweisliche Erfüllung von Sicherheitsanforderungen und Standards zwischenstaatlicher Organisationen wie IMO, UNECE und ICAO kann ebenfalls eine vollständige oder teilweise Übereinstimmung mit den Sicherheitskriterien darstellen, soweit diese Anforderungen als gleich oder vergleichbar angesehen werden können.
     

5.1  Schlussfolgerung:

  • Das AEO-Zertifikat macht im Binnenland der EU keinen Sinn.
  • Solange keine Forderungen vom Kunden bestehen, Ware aus dem Lager auf ein Seeschiff zu transportieren, ist das Zertifikat nicht notwendig.
  • Falls der Kunde eine entsprechende Forderung ausspricht, könnte die ISO 9001 für den Punkt 2 der Bewilligung (ein zufriedenstellendes System für die Verwaltung der Geschäfts- und Beförderungsunterlagen, das geeignete Zollkontrollen ermöglicht (Artikel 14i ZK-DVO) ausreichend sein.


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